Hauptseite arrow Aktuelles arrow Neues von Ihrer SPD arrow Eine Treppe ins Abseits - Denkmalschutz absurd!

Umfrage

Berichtet das Allgäuer Anzeigeblatt politisch ausgewogen?
 
Eine Treppe ins Abseits - Denkmalschutz absurd!
Freitag, 4. Mai 2012
Denkmalschutz ist heute wichtiger denn je. Denn schützenswerte Gebäude, Bauten und Anlagen werden immer weniger. Wenn Denkmalschutz aber ernst genommen werden soll, dann sollte er sich nicht selbst ins Abseits manövrieren - wieer es in Knottenried bei der Dorferneuerung getan hat

treppe1.jpg

Die Dorferneuerung in Knottenried und Diepolz war kürzlich Thema im Stadtrat Immenstadt. Das Verfahren dauert nun schon einige Jahre. Der "Endspurt" ist eingeläutet. Eine Reihe überzeugender Verbesserungen und nützlicher Erneuerungen wurden vorgestellt.

Aber leider auch eine mehr als sinnlose Aktion des Denkmalschutzes.

Der alte Zugang zur Knottenrieder Kirche sollte - nach Wünschen des Denkmalschutzes - sichtbar erhalten bleiben, obwohl es einen neueren Zugang zum Gotteshaus nur wenige Meter daneben gibt. Weder das geschmiedete Geländer noch die Naturstein-Stufen entsprechen jedoch den modernen Sicherheitsanforderungen.

Also machte man den alten Zugang einfach "unzugänglich" indem man einige der unteren Stufen entfernte und oben den Zugang zum Friedhof demnächst durch ein nicht zu öffnendes Tor sicher verschließt.

Was der Denkmalschutz damit bezweckt, bleibt in spekulativen Bereich. Sollte es "das sichtbare Erhalten eines früheren Zugangs" sein, kann schon heute festgestellt werden, dass dieses Ziel verfehlt wird. Während unterhalb der Treppe noch nicht einmal das angesäte Gras angewachsen ist, wuchern bereits Taubnesseln und Erdbeerpflanzen über die alten Stufen. Sie werden in absehbarer Zeit zugewachsen sein, sollte sich nicht jemand finden, der eine Treppe pflegt, die keiner mehr benutzen kann und darf.

treppe2.jpgBetrachtet man den Schutzwert der alten Treppe, so ist festzustellen, dass die gehauenen Steinstufen und der geschmiedete Handlauf geringen "Schutzwert" haben. Der Handlauf ist in einem unrestaurierten angerosteten Zustand und stellt in seiner Wirkung allenfalls geringe "Dorfschmiede-Qualität" dar. Werden Geländer dieser Art nicht gepflegt, frisst sie der Rost in einigen Jahrzehnten auf. Die alten Stein-Stufen gibt es vielfach im Stadtgebiet von Immenstadt. Sie stellen einen gewissen Wert dar. Denn heutzutage werden solche Natursteinstufen sehr teuer gehandelt. Meist verwendet man bei der Neuanlage von Wegen und Treppen neue Betonstufen. Diese sind regelmäßig das teuerste am ganzen Wegebau.

Demnächst muss an der Kirche in Eckarts ein neuer Zugang zum städtischen Friedhofsteil gebaut werden. Hier könnten die Stufen aus Knottenried sinnvoll für den Zugang eingesetzt werden.

Mit diesem "Treppenwitz" in Knottenried führt sich der Denkmalschutz selbst ad absurdum.  Mit dieser sinnlosen Erhaltungs-Aktion können Kritiker den Denkmalschutz insgesamt wieder in Zweifel ziehen. Wer so absurd und kurzatmig Vorschriften macht und finanzielle Mittel  sinnlos "verbrät", muss sich nicht wundern, wenn er bei wichtigen Erhaltungs-Maßnahmen nicht Ernst genommen wird.

Ein Kommentar von Peter Elgaß