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Im Lokal-EXPRESS aufs Abstellgleis
Dienstag, 9. März 2010

Das Alp-See-Haus statt in Bühl am See im ersten Stock im Bahnhof? Mit diesem Vorschlag verblüffte Fraktionschef der Arndt Botzenhardt (CSU) den Bauausschuss diese Woche. Die Mitglieder des Ausschusses kommentierten diesen Vorschlag nicht. Aber der Lokalzeitung war die unausgegorenen Idee gleich einen Zweispalter mit Umfrage wert....

... Da kreist die CSU unter Ihrem Vordenker Alfons Zeller, Arndt Botzenhardt setzt die wackelige Draisine aufs Gleis und die Zeitung macht einen flotten Lokalexpress daraus. 850.000 Euro könnte die Stadt dadurch sparen, sinniert der CSU-Sprecher. Und die es gäbe gleichzeitig eine Lösung für die in Bühl fehlenden Parkplätze.

Wenn auch spät, aber man könne doch noch mit dem Bahnhofsinvestor reden. Da soll die Verwaltung doch mal aktiv werden, schlug Botzenhardt vor.

Parkplätze in Bühl fehlen? Sind da nicht zwei große Parkplätze – einer davon vor nicht langer Zeit in weiser Voraussicht von Bürgermeister Gerd Bischoff angelegt? Wo sind ähnliche Parkplätze in ausreichender Menge denn am Bahnhof Immenstadt zu finden oder wo könnten sie jemals untergebracht werden?

Da der Käufer des Bahnhofs noch gar nichts von den CSU-Plänen weiß – wie kann Botzenhardt dann schon Einsparungen in Höhe von 850.000 Euro plakatieren? Denkt er, er bekommt den Ausbau und die Miete im Bahnhof geschenkt? Bleibt er nicht, wie der Pumuckel an seinem eigenen Leimtopf kleben? Vorsicht, denn dann wird so mancher grobe Unfug deutlich sichtbar.

Die Förderung durch das Konjunkturprogramm II ist maßgeblicher Bestandteil der Finanzierung des Projektes in Bühl. Wie schon der Name Alp-See-Haus (Naturparkhaus) sagt, soll es Alpsee und Naturpark Nagelfluhkette da vorstellen, wo die Gäste sich gerne bewegen.

Eine Umwelt-Bildungsstätte soll im diesem Haus installiert werden. Wie in aller Welt will der CSU-Vorsprecher das im Obergeschoß eines Bahnhofs mit Blick auf die Kamine der ein- und ausfahrenden Dieselloks darstellen? Wäre den überregionalen Fördergeld-Geber ein „Alpsee-Naturpark-Bahnhof“ noch einen Pfifferling wert? Bliebe dann nicht alles am städtischen Haushalts(leim)topf kleben? Statt 850.000 Euro Einsparung vielleicht noch zusätzliche Ausgaben?

Wie will die CSU die Geschäftsstellen vom Oberallgäuer Leader-Büro, von der Cipra, vom Bund Naturschutz und von Naturpark im Bahnhof unterbringen? Ach so, ja, so aufsässige Einrichtungen braucht man doch gar nicht in Immenstadt, hat da mal ein CSU-Stadtrat öffentlich nachgedacht.

Bis Ende 2011 muss abgerechnet sein. So schreiben es die Regeln der Konjunkturförderer vor. Was nun, wenn Planung und Umbau des Bahnhofs nicht mehr in der verbleibenden kurzen Zeit möglich sind?

Alles Fragen, die unbeantwortet sind.

 Vielleicht denken wir von der SPD mal über eine Startrampe für Traumraketen nach – und lassen die Verwaltung dann nach einem geeigneten Gelände suchen – und auch gleich mit dem Grundstücksbesitzer reden.

Unsere Tageszeitung, hat sich wieder einmal die Recherche gespart und einfach zweispaltig alles nachplappert, was unausgegoren in einen Sitzungssaal gekippt wurde. Gleich noch eine Umfrage an alle Bürger drangehängt und ab damit in die Öffentlichkeit. Wir dürfen gespannt sein, ob auch der Käufer des Bahnhofes seine Meinung zur Umfrage kundtut.

Die Frage des Allgäuer Anzeigeblattes an seine Leser: „Soll das Alp-See-Haus in den Bahnhof einziehen oder wie geplant in Bühl gebaut werden?“

Gegenfrage: „Soll das neue Einkaufszentrum in das Verlagsgebäude am Kirchplatz einziehen oder wie geplant auf dem Höss-Gelände verwirklicht werden?“

Was würden die Zeitungsleser da wohl antworten – und - was würden wir alle mit den Antworten anfangen???              Ein Kommentar von Peter Elgaß

PS.: Inzwischen haben wir im Internet in den Förderrichtlinien des Konjunkturprogramm II recherchiert. Die Regierung von Schwaben hat nach den genannten Richtlinien keinerlei Möglichkeit, die für das Alp-See-Haus zugesagten Fördermittel auch für den Bahnhof auszuschütten. Eine Umwelt-Bildungsstätte ist dort nicht förderbar. Diese Nachricht wird die Stadt wohl demnächst aus Augsburg bekommen. Damit ist die Alternative Bahnhof bereits gestorben, bevor die Meinungsbildung der Tageszeitung begonnen hat. Mal sehen, ob die Redaktion den Lesern rechtzeitig mitteilt, dass sie sich die Schreibarbeit sparen können.