Hauptseite
Naturparkhaus wird gebaut - CSU vergleicht Äpfel mit Birnen
Freitag, 18. Dezember 2009

Die gute Nachricht zuerst: Das Alpsee-Haus oder Naturparkhaus wird in Bühl gebaut. Mit 18:6 Stimmen beschloss der Stadtrat Immenstadt in seiner Weihnachtssitzung den Neubau. Die Vertreter der Alpenschutzkonvention Cipra, von Bund Naturschutz vom Naturpark, der Sennerei in Diepolz und von Kräuterland Allgäu hatten Grund zum Feiern, ihr lange geplantes Projekt nahm die Hürde im Stadtrat. Mit den Stimmen der SPD-Fraktion.

 

Die Gruppen, die in der Sitzung schon allein durch ihre zahlreiche Anwesenheit deutlich machten, dass sie geschlossen hinter der Sache stehen, konnten sich aber bis zum Schluss nicht sicher sein, ob ihr Projekt eine Mehrheit findet. Zum Teil harsche Kritik hagelte aus den Reihen der CSU+. Verbände wie Cipra und Bund Naturschutz seien keine zuverlässigen Partner, das geplante Haus mit einer Dimension von 15 mal 30 Meter auf zwei Stockwerken sei für Bühl völlig überdimensioniert und die Zahlen des Projektleiters Siegfried Zengerle (Kämmerer der Stadt) seien „schön gerechnet“. Neben diesen Argumenten sage schon das „Bauchgefühl“ dass dieser Haus kein Erfolg beschieden sein kann, meinte einer der Gegner. Sogar, dass bereits drei Architekten mit dem Projekt befasst gewesen seien, wurde als Negativ-Argument ins Feld geführt.

Siegfried Zengerle legte zusammen mit dem Architekten Michael Felkner eine konservative Kostenschätzung auf den Tisch, die auch manchen Befürwortern des Naturparkhauses Falten auf die Stirne zauberte: 2,8 Millionen Euro Gesamtkosten für den Bau und die Einrichtung der Ausstellung, der Verkaufsräume, der Büros und des Gästeamtes sind angesichts des desolaten Haushaltes der Stadt kein Pappenstil. Allerdings konnte der Kämmerer auch in der Gegenrechnung rund ein Dutzend Zuschüsse in die Waagschale werfen. Der größte Brocken von über einer Million kommt über das Konjunkturprogramm II und die Regierung von Schwaben. Nur etwas über 27 Prozent oder 760.000 Euro blieben für die Stadt zu finanzieren.

Ein besonders Augenmerk hatte man in vorhergehenden Sitzungen schon auf die Folgekosten gelegt. Zengerle hat berechnet, dass die Stadt rund 78.000 Euro pro Jahr für den laufenden Betrieb investieren müsse. Darin enthalten ist aber der Betrieb der Gästeinfo (45.000 Euro und der behindertengerechten Toiletten mit 8.000 Euro pro Jahr).

Aus der CSU+ kam die Kritik, dass man auf der einen Seite Zuschussbetriebe wie den Hofgarten und das Freibad auf den Prüfstand stellt, andererseits aber neue Zuschussbetriebe (Alpseehaus) eröffne. Bürgermeister und Projektleiter konterten mit dem Wert, den das Haus darstelle und der Wirkung auf den Tourismus und die Übernachtungszahlen in Bühl und Immenstadt. Man dürfe diese touristischen Mehrwerte nicht außen vor lassen.

Aus unserer Sicht können wir als SPD Immenstadt feststellen: Wieder einmal vergleicht die CSU Äpfel mit Birnen. Fakt ist: Auf der einen Seite werden Eigenleistungen von 760.000 Euro für den Neubau des Alpsee-Hauses aufzubringen sein, aber dafür muss keine teure Sanierung des alten Gebäudes mit Gäste-Info geleistet werden. Selbst die Erneuerung der in die Jahre gekommenen Toiletten am Parkplatz hätte viel Geld gekostet. Und auch die Finanzierung des laufenden Betriebes der Gästeinfo wäre weiter zu leisten.

Letztlich sind derzeit 25.000 Euro pro Jahr für den laufenden Betrieb des Alpsee-Hauses durch die Stadt zu erbringen. Was ist das im Vergleich zum Defizit des Freibades (250.000 Euro) oder gar des Hofgartens, der fast eine halbe Million Miese pro Jahr einfährt? Hier vergleicht die CSU doch wirklich Äpfel mit Birnen. Derzeit liegen für Freibad und Hofgarten noch keine gesicherten Erkenntnisse vor, was eine Sanierung bringt und was sie kostet. Vom endgültigen Schließen der beiden Anlagen kann also gar nicht gesprochen werden. Nur die Spekulationen der CSU beunruhigen die Bürger. Und das ist die schlechte Nachricht...     Aus dem Stadtrat berichtet Peter Elgaß