| Kritisch betrachtet: Naturparkhaus ja oder nein? |
| Mittwoch, 9. Dezember 2009 | |
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Brauchen wir ein Naturparkhaus in Bühl oder ist eine solche Einrichtung Luxus? Viele in Immenstadt waren wir der Meinung, das Projekt, das überwiegend aus dem Konjunkturpaket II gefördert wird, sei bereits „durch“, da melden sich aus der CSU-Fraktion Stimmen, die die Einrichtung wieder in Frage stellen. Am 17. Dezember sollen im Stadtrat endgültig die Weichen gestellt werden...
...Runde 1,5 Millionen wird das neue Naturparkhaus kosten. Darin soll das „Portal zum Naturpark“ eingerichtet werden. Eine ständige Ausstellung für Besucher, die sich über die Nagelfluhkette, die touristischen Möglichkeiten im Park, sowie Natur und Umwelt im Schutzgebiet informieren wollen. Die Geschäftsstelle der Alpenkonvention CIPRA (derzeit in Kempten), die regionale Geschäftsstelle des Bundes Naturschutz und die Geschäftsstelle des Naturparks sollen im neuen Haus als zahlende Mieter einziehen. Auch die Zweigstelle des Gästeamtes und der Verkauf von regionalen Produkten ist im Gebäude geplant. Wechselausstellungen und Veranstaltungen sind in den Räumen zusätzlich möglich. Immenstadt wird davon nur einen Bruchteil der Baukosten tragen müssen. 80 Prozent kommen aus dem Konjunkturprogramm II. Abgeschlossen ist die Untersuchung, das Naturparkhaus im bisherigen Gebäude (Gästeamt) unterzubringen. Ein Umbau des maroden Hauses käme teurer als der geplante Neubau am Hang. Das jetzige Gästeamt würde nach bisheriger Planung der Spitzhacke zum Opfer fallen und die Uferflächen würden wieder zu einer Grünfläche renaturiert. So die Pläne der Stadt, die auch im Stadtrat eine Mehrheit fanden. Aus den Plänen müsse sehr schnell Wirklichkeit werden, mahnte in der letzten Sitzung des Immenstädter Stadtrats der Vorsitzende des Naturparks, Oberstaufens Bürgermeister Walter Grath. Das Haus müsse 2011 nicht nur gebaut und eingeweiht, sonder auch abgerechnet werden. Sonst verfalle die Förderung, eine einmalige Chance sei dann vertan. Grath drohte sogar: „Wenn Immenstadt nicht will, können wir sofort das Haus auch in Oberstaufen bauen!“ Allerdings gab Grath auch zu, dass Bühl „der richtige Standort“ sei. Dieser Meinung schließt sich die SPD-Fraktion im Stadtrat voll inhaltlich an. Bisher hat sie bei allen Debatten geschlossen für eine schnelle Realisation des Naturpark-Hauses gestimmt. Dabei wird es auch bleiben. Die Zögerer aus der CSU stören sich vor allem an den laufenden Folgekosten, die bei der Stadt hängen bleiben werden. Kämmerer Siegfried Zengerle (Projektleiter) hat im Frühjahr eine Prognose abgegeben, dass diese Folgekosten bei jährlich rund 50.000 Euro liegen könnten. Wenn man aber betrachtet, dass die Stadt verpflichtet ist ein Gästeamt in Bühl zu betreiben, wenn das Naturparkhaus nicht gebaut wird, fallen ebenfalls Kosten im fünfstelligen Bereich an. Am 17. Dezember wird Zengerle im Stadtrat neue Prognosen vorlegen, die deutlich niedrigere Unterhaltskosten beinhalten, weil z.B. Eintritt für das Haus verlangt werden könne.
Die jährlichen Folgekosten, die beim wirtschaftlichen Betrieb des Naturparkhauses in Höhe von ca. 30.000 Euro anfallen, werden um ein Vielfaches durch steigende Übernachtungszahlen ausgeglichen. Über den Kurbeitrag wird der Unterhalt des Naturparkhauses praktisch auf „Null“ gedrückt. Vergleiche mit dem Defizit des Freibades (um die 250.000 Euro/Jahr), wie sie von einigen CSU-Stadträten angestellt werden, sind allein schon wegen der ungleichen Größe des Defizits (220.000 Euro?) unsinnig. Die SPD ist mit dem Bürgermeister und der Verwaltung der Ansicht, dass auch unsere dramatische Haushaltslage uns nicht den Weitblick für Zukunftsinvestitionen verstellen darf. Das Naturparkhaus ist touristischer „Mehrwert“ für Immenstadt. Wo andere sich die Finger abschlecken (Oberstaufen) wenn sie eine solche Chance hätten, zaudern und zögern einige Immenstädter Stadträte noch immer. Hoffentlich wird dieses negative Bild, das wir im Oberallgäu derzeit abgeben, in der Stadtratssitzung am 17. Dezember korrigiert. Kommentar von Peter Elgaß, SPD-Stadtrat |
Dis SPD Immenstadt will das Naturparkhaus. Millioneninvestitionen in das „Projekt Alpssee 2000“, das Immenstadts Altbürgermeister Gerd Bischoff vehement vorangetrieben hat und die aktuelle touristische Ausrichtung Bühls durch den neuen Bürgermeister Armin Schaupp erfordern logischerweise als „Ergänzung“ das Naturparkhaus. Die Pläne, eine Familien- und Gästehotel zu errichten, der neue Naturpark, eine mögliche Entwicklung im derzeit leerstehenden Gebäudekomplex St. Michael und die privaten touristischen Investitionen in Bühl werden durch das Naturparkhaus nachdrücklich gefördert.