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Der Alpsee-Zirkus kehrt zurück - aber anders!
Freitag, 4. Dezember 2009

tn-fort-fun-05-wild-eagle-crew.jpgEine 600 Meter lange Seilbahn mit einem stilisierten Flugdrachen als einziger Gondel soll an der Alpsee-Bergwelt die Wartezeit der Schlange am Alpsee-Coaster verkürzen. Die Betreiber der Alpsee-Bergwelt wollen diese Attraktion so schnell wie möglich am Waldrand von der Bärenfalle in den ansteigenden Hand bis zum Grat bauen. Jeweils sechs Menschen werden unter diesen Drachen geschnallt, rückwärts den Berg hinaufgezogen um dann mit bis zu 85 km/h wieder herunterzurasen. Eine Fahrt soll fünf Euro kosten.

 

Diese Pläne wurden dem Bauausschuss jetzt vorgestellt. Die lange Wartezeit bei der Coaster-Rodelbahn soll mit dieser neuen Attraktion verkürzt werden. So die Argumente der Betreiber. Im Bauausschuss wurde diese Argumentation in Zweifel gezogen. Sicher würden durch diesen Drachen-Flyer mehr Besucher in die Bergwelt gebracht. Ob die Parkplätze im Tal dann noch ausreichen – war die nächste Frage.

seilbahndrache1.jpgDer Bauausschuss der Stadt nahm die Pläne für die neue Anlage zur Kenntnis. Bürgermeister Armin Schaupp kündigte an, dass dafür eine Flächennutzungsplanänderung und ein Bebauungsplan erforderlich sei. Im Rahmen dieser Verfahren müsse dann auch eine Umweltverträglichkeitsstudie gemacht werden. „Diese Studie dauert üblicherweise eine Vegetationsperiode lang“, erläuterte Stadtrat Werner Oppold. Er könne sich nicht vorstellen, dass bereits in einigen Monaten gebaut wird, wie die Betreiber es gerne hätten. Frühestens im Sommer 2010 sei mit einem Ergebnis der Studie zu rechnen. Die Studie untersucht, wie sich die geplante Seilbahn auf Fauna und Flora auswirkt. Die Antragsteller berichten, dass es eine solche Seilbahn bisher nur einmal in Österreich gäbe. Das Alleinstellungsmerkmal in Deutschland sei – wie beim Coaster – ein sehr gutes Zugpferd. Recherchen der SPD Immenstadt widerlegen dieses Argument. Ein Seilbahnflieger ist bereits in „fort-fun“ im sauerländischen Vergnügungspark Bestwick-Wasserfall installiert. Wir veröffentlichen an diesen Text anschließend einen Bericht eines Benutzers.

Ob das Projekt mit dem neugeschaffenen Naturpark Nagelfluhkette vereinbar ist, wurde ebenfalls als Frage in den Raum gestellt. Bürgermeister Armin Schaupp bat den Bauausschuss, den Plan fair zu betrachten – es sei legitim, dass sich ein Unternehmer um den Ausbau seines Betriebes kümmert. Andererseits wäre ihm persönlich lieber, wenn die Betreiber eine Attraktion installieren würden, die den Besucher etwas aktiver anspreche. Einfach am Seil hängend den Berg heruntersausen, das sei keinesfalls aktiv. SPD-Stadtrat Udo Himml wollte daraufhin wissen an was der Bürgermeister stattdessen denkt. „Ich würde an der Bärenfalle ein paar Kletterfelsen aufstellen. Das fordert die Leute. Mir persönlich gefiele das viel besser!“

Die SPD Immenstadt hat ganz erhebliche Zweifel, dass eine solche Seilbahn eine Bereicherung des Angebots in der Alpsee-Bergwelt wäre. Oberhalb der Bärenfalle beginnt das Refugium der Wanderer und Naturgenießer. Dass die Flugseilbahn die Wartetzeiten am Coaster verringert, wird von uns in Frage gestellt.

Hier der Erlebnisbericht eines Fluggastes in „fort-fun“:

seilbahndrache2.jpg"Während der Urlaubszeit waren wir im Fort-Fun und ich konnte Drachenfliegen einmal in einer light-Version testen. Wild Eagle, Drachenfliegen (oder der Hauch davon) am Seil. So angekettet und abgesichert konnte ja wenig passieren.
Trotzdem hatte ich ein komisches Gefühl in der Magengegend als es nach einer knappen Dreiviertelstunde in der Warteschlange endlich losgehen sollte.

Anmerken lassen durfte ich mir aber nur wenig, da ich einen 11-jährigen dabei hatte, der meinen Jungs sicher gerne erzählt hätte, wie lächerlich sich ihr Paps angestellt hat. 

Aber es war ok und auszuhalten, sogar recht aufschlussreich als Test für mögliche weitere Aktivitäten in der Luft. Seit der Generalüberholung des Innenlebens meiner Ohren ist die Höhenangst offenbar nicht weiter gestiegen.

Leider recht kurz das finale Ereignis. Einmal rückwärts liegend den Hang hochgezogen und dann wenige Sekunden abwärts.
Urteil: Bei unserer Wartezeit war das noch akzeptabel, insgesamt geht es aber recht langsam voran, da bei jedem “Gleitflug” immer nur 4 Personen abgefertigt werden können. Es stehen Hinweisschilder mit Text: “Ab hier noch ca. 2 Stunden Wartezeit” vor dem Aufgang. Wer so lange warten muss, hat nicht mehr ganz so viel Zeit für die anderen Aktvitäten."